Noch 11 Tage… Bandvorstellung: The Baboon Show

Die Fachpresse tituliert es eindeutig „The Baboon Show sind eine DER Neuentdeckungen des Jahres!“ („Der gestreckte Mittelfinger“ Fanzine). Seit ihrem ersten Deutschland-Release via Kidnap Music sind die zwei Damen und zwei Herren in aller Munde und liefen wohl nicht nur bei uns in der Fight Back Crew in der Stereoanlage Dauerschleife. Frühzeitig haben wir die Band bzw. ihr Label in Deutschland kontaktiert, um diese grandiose Band beim nächsten Fight Back dabei zu haben. Alles verlief unkompliziert und die Band legte ihre nächste Deutschland-Tour genau auf den für uns relevanten Zeitraum. Wir sind richtig gespannt! The Baboon Show werden auf der Desi Open Air Bühne ihr Set spielen – schnallt euch schonmal an!!!

Tourtermine:
Do – 24.05.12 Rostock – Peter Weiß Haus
Fr – 25.05.12 Würzburg – Immerhin
Sa – 26.05.12 Nürnberg – Fight Back Festival
So – 27.05.12 Trier – Exil
Mo – 28.05.12 Braunschweig – Nexus
Di – 29.05.12 Aulendorf – Irreal Bar
Mi – 30.05.12 Darmstadt – Öttinger Villa
Do – 31.05.12 Köln – Sonic Ballroom
Fr – 01.06.12 Willwarin Festival
Sa – 02.06.12 Oberhausen – Plastic Bomb Party
So – 03.06.12 Flensburg – Hafermarkt

Interview via Useless Fanzine

Hey Håkan, schön dich wieder zu treffen. Kannst du kurz die Geschichte der Baboon Show erzählen und euch in einem Satz vorstellen?

Hi Bäppi! Die Baboon Show wurde Ende 2003 von Håkan (Gitarre), Niclas (Schlagzeug) und Cecilia (Gesang) gegründet. Im Februar 2004 kam dann Helen (Bass) dazu. Anfang 2010 verließ sie uns und Lisa nahm ihren Platz ein. Die Baboon Show in einem Satz? Ein bärenstarker Bulldozer, der sich über die Bourgeoisie lustig macht.

In Deutschland werdet ihr gerade bekannter und bekannter. Manche halten euch schon für „das nächste große Ding“. Was ist mit dieser Band möglich und habt ihr irgendwelche Ziele, die ihr noch erreichen wollt?

Wir werden nie wie ABBA werden. Die Burgeoisie wird uns niemals lieben. Wir sind eine Working-Class Band, die Working-Class Lieder für die Working-Class spielt. Wir sind die Mehrheit in der Gesellschaft. Ich habe kein Problem damit, wenn viele Menschen unsere Musik und die Texte mögen.

Ich habe euch als liebenswerte, höflich, ehrliche und dankbare Personen kennen gelernt. Glaubst du, dass mehr Erfolg einen Menschen verändern kann?

Auf keinen Fall! Geld ist großartig, wenn es in den richtigen Händen liegt. In den Falschen ist es entsetzlich. Gib uns eine Millionen Euro und wir werden trotzdem so bleiben, wie wir sind. Wir werden die selben Freunde haben, die selben Klamotten tragen usw. Aber soviel Kohle werden wir niemals haben. Wir spielen einfach die Musik, die wir lieben, wir wollen damit nicht reich werden.

Was könnte mehr Erfolg denn bedeuten? Vielleicht von der Musik und dem Merchverkauf zu leben? Könntest du dir das mit der Band vorstellen und birgt das nicht auch immer das Risiko von Routine und sogar Langeweile?

Natürlich wäre es ein Traum The Baboon Show als Vollzeitjob zu haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass da irgendwann eine Routine, wie du es sagt, draus wird, aber ich denke ich weiß, was du damit meinst. Dieses Risiko lässt sich wohl niemals ganz ausschließen, wenn du irgend etwas andauernd machst und nicht nur dann, wenn du auch Lust darauf hast. Unser Traum als Band ist es, viermal im Jahr eine zweiwöchige Tour zu machen. Momentan können wir uns das aber nicht leisten.

Was macht ihr denn neben der Baboon Show? Wie verdient ihr euer täglich Brot?

Ich arbeite als Tontechniker in einem Musikstudio. Niclas arbeitet in einem Geschäft, Lisa ist Fotografin und führt einen Rock Club und Cecilia arbeitet mit Papieren in einem Archiv.

Im letzten Herbst habt ihr Deutschland besucht, um eurer aktuelles Album zu promoten, welches erstmals auf Vinyl auf dem deutschen Label Kidnap Music erschienen ist. Ist Vinyl nicht gefragt in Schweden und warum hat es vier ganze Alben bis zum ersten Vinylrelease gebraucht?

Ha ha. Weiß ich ehrlich gesagt auch nicht. Unser schwedisches Label National veröffentlicht nur CDs. Vielleicht ist das der Grund? Sie sind zwar ein Independent-Label, aber kein DIY Label. In Schweden gibt es auch in wenigen Läden Platten zu kaufen, auf Konzerten werden wir aber schon oft gefragt. Ich hoffe, dass wir in Zukunft mehr Vinyl veröffentlichen können!

Verglichen mit eurem schwedischen Label, ist Kidnap ein eher kleines Label. Warum und wie habt ihr euch für sie entschieden?

Die haben sich für uns entschieden, Ha ha! Alex von Kidnap Musik, der auch bei Pascow singt, hat uns im Flensburger Hafermarkt gesehen und uns direkt angesprochen. Wir fanden alle sofort Gefallen an seiner Idee, das letzte Album in neuem Artwork endlich auf Vinyl zu pressen und haben es einfach versucht. Insgesamt ist das auch alles echt super gelaufen und bis jetzt sind wir super zufrieden mit der Arbeit von Alex und Measy.

Warum werdet ihr nicht von einem Major gesignt? Was ist mit Airplay im Radio, Videoclips im Musikfernsehen, Klingeltöne und ähnlichem Kram? Was erwartet ihr von einem Label und was kann ein Label von euch erwarten?

Ach, die Major Label sind einfach zu viel „Business“ für uns, obwohl wirkliche viele nette Menschen, die ich kenne, mit ihnen zusammenarbeiten. Für uns ist das aber nichts. Wenn du nicht genug Platten verkaufst und die üblichen Deals eingehst, setzen sie dich wieder vor die Tür. Wir wollen viel lieber unabhängig als abhängig sein, aber selbst das ist heutzutage besonders in Schweden wirklich schwer, wenn alle erwarten, das Musik umsonst sein muss.

Von einem Label erwarten wir, dass sie die Musik lieben und möglichst viele Menschen zugänglich machen. Tatsächlich laufen wir sogar manchmal im schwedischen Radio und sogar in einigen kleineren deutschen Sendern. Deswegen an dieser Stelle einmal ein großes Dankeschön an unser hart arbeitenden Labels National und Kidnap Music.

Was hat euch auf der letzten Tour am meisten beeindruckt? Wo gefiel es euch am besten und habt ihr ähnliche Desaster, wie in „Live in Leipzig“ besungen, erlebt? Welche deutschen Ausdrücke habt ihr gelernt, was ist typisch Deutsch und wo gab es das leckerste Essen?

Am Beeindruckensten war es die ganzen Flensburger an unserem letzten Tourtag in Kiel wiederzusehen. Das war echt unglaublich! Wir hatten eine großartige Tour, überall volles Haus. Kein neues „Live in Leipzig“ Ha ha. Wir danken all unseren Fans, die uns unterstützt haben und sooo viele Platten gekauft haben. Ohne all diese Menschen wäre diese Tour nie möglich gewesen.

Mir persönlich haben Stuttgart, Leverkusen und Flensburg am Besten gefallen. Irgendjemand in Flensburg hat mir ein deutsches Wort beigebracht… Flitzpiepe??? oder Flitzpeople? Keine Ahnung, aber ich glaub es bedeutet so was wie „Idiot“. Ah, und mein Lieblingssatz: „Fir fichte cock scheisse??? („verfickte Kackscheisse“) Ich weiß nicht, wie man das buchstabiert… Ha ha.

Das Essen im Treibsand war wie auch die Male zuvor einfach großartig. Die haben da einen Koch, der die ganze Nacht arbeitet und wirklich fantastisches Essen zubereitet. Olaf Dose, unser Freund aus Lübeck und Mitglied der Jolly Roger Cooking Gang, hat in München auch ein wirklich großartiges Essen gezaubert.

Wir haben viele interessante und vor allem lustige Menschen getroffen. Der DJ in Flensburg gehört z.B. dazu. Und einige Menschen aus Leverkusen, die uns später auch in Stuttgart, Kusel und Trier besucht haben. Die Jungs von Pascow zu treffen war definitiv auch ein Highlight der Tour.

Wo habt ihr eigentlich dieses riesige Paviankostüm her?

Die Dame heisst Betsy und eine Bekannte von mir hat sie gemacht. Das hat Monate gedauert…
In Lübeck wart ihr schon großartig und Flensburg und Kiel konnten das sogar noch übertreffen. Was ist das Geheimnis der Baboon Show?

Wie schafft ihr es auch am letzten Tourtag noch 110% zu geben und eine Show voller Energie und Power abzuliefern? Kaffee, Cola oder Kokain?

Erstmal vielen Dank! Ha ha, keine Cola, das kann ich verraten… Pure Freude und die Freude des Publikums an der Musik. Wir lieben das, was wir auf der Bühne machen und wir lieben es, auf Tour zu sein. Auch wenn wir am letzten Tag mal müde sein sollten, wissen wir, dass wir auch immer noch nach der Show schlafen können. Niemals auf der Bühne. Wir wollen immer, das die nächste Show noch besser als die Vorherige wird und wir wollen uns selber auch jeden Abend überraschen. Wir lieben das Gefühl der Freiheit, das eben auf der Bühne einfach alles passieren kann.

Habt ihr eigentlich jemals die geforderten Unterhosen von einem Veranstalter bekommen?

Es ist immer gut frische Unterhosen zu haben, wenn du deine verloren hast. In Leverkusen haben wir tatsächlich vier Damenunterhosen mit selbst gemachtem Aufdruck bekommen. Für Niclas und mich sind sie ein bisschen zu klein, aber trotzdem lieben wir sie.

Was erwartet den Baboon Show Fan denn 2012? Neues Album? Neue Tour?

Unser Booker plant gerade eine neue Deutschland-Tour. Im Mai/Juni sollte es soweit sein. Es gibt da auch noch weitere Pläne für den Frühling, aber da ist noch nichts spruchreif. Auf jeden Fall möchten wir viel rumkommen.

Im Januar werden wir eine neue Single aufnehmen, die dann im März erscheint. Ein neues Album soll dann im August aufgenommen und hoffentlich im Oktober in Skandinavien und Deutschland veröffentlicht werden.

Die letzten Zeilen gehören dir!

Vielen Dank. Du weisst wir lieben Deutschland und die Punkszene, die ihr hier habt. Hier auf Tour zu gehen ist großartig. Und das nächste Mal werde ich euch alle beim Kickern schlagen! Cheers!

  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • email
  • PDF