Interview auf UglyPunk.de

Dem Online-Fanzine Ugly Punk standen wir kurz vor dem 5. Fight Back Rede und Antwort. Wir bedanken uns hiermit für den Support bei den MacherInnen des stets sehr lesenswerten Online-Fanzines.

Am 26.05. öffnet das Fight Back Festival zum mittlerweile fünften Mal seine Pforten. Neben vielen musikalischen Acts gibt es auch ein großes und buntes Rahmenprogramm, so dass für abwechslungsreiche Unterhaltung bestens gesorgt sein dürfte. Wir konnten den Veranstaltern im Vorfeld noch schnell einige Hintergrundinformationen entlocken und verbleiben mit der Empfehlung: Geht da hin und supportet dieses Festival!!! Running Order und weitere Infos unter: www.fightback.blogsport.de

Die Tage bis zum Festivalbeginn (26.05.) sind an einer Hand abzuzählen. Wie ist die derzeitige Stimmung im Orga Team? Schluckt der Stress noch die Vorfreude oder ist es umgekehrt?
Wir sind natürlich alle voller Vorfreude und wie jedes Jahr gespannt darauf, wie das Festival wird. Wie viele Leute werden kommen, wie unsere Orga klappt, ob es Ärger/Zwischenfälle gibt, wie die Bands ankommen werden etc. Die wichtigsten Vorbereitungen sind abgeschlossen und geklärt. Es gibt zwar ständig genug zu erledigen, richtig stressig wird die ganze Sache aber erst ab Freitag. Um deine Frage abschließend konkret zu beantworten: Die Vorfreude schluckt wie immer den Stress, sonst würden wir uns das alles nicht geben.

Das Fight Back Festival ist ein Antifa Soli Festival. Welche Prioritäten setzt ihr bei den Bands/Acts, die ihr einladet?
Da sind mehrere Aspekte, die wir jedes Jahr beim Booking beachten. Die Bands/KünstlerInnen müssen definitiv inhaltlich mit denen unseres Festivals kompatibel sein. Das macht die ganze Sache ja im Grunde aus. Was nicht heißt, dass (wie man sieht) wir nur „Antifa Bands“ einladen. Wenn mensch etwas tiefer bohrt bzw sich viel und intensiv mit Bands/KünstlerInnen befasst, findet man auch genügend vermeidlich eher nicht politische Bands, die hervorragend zum Fight Back passen. Wie beispielsweise The Baboon Show dieses Jahr, oder eine Band wie Night Fever, die wir letztes Jahr dabei hatten. Weitere Aspekte, die für unser Booking unerlässlich sind: Authentische Bands passen zum Fight Back! Wir brauchen keine komischen Deutschrock(punk)-Verschnitte, die zwar coole Texte haben aber real mit der Szene nichts zu tun haben… sprich aktive Bands, d. h. auch aktuelle Releases, Touren etc. Und wichtig ist natürlich, dass die Bands für eine faire Gage bei uns spielen. Was gleichzeitig auch bedeutet, dass die jeweilige Band die Idee des Fight Back unterstützt.

Fließen die Gewinne in die Antifa vor Ort oder werden diese unter mehreren Antifa-Gruppen aufgeteilt, bzw. für eine spezielle Sache gespendet?
Der Gewinn wurde bisher immer verteilt um verschiedene Projekte/Strukturen zu unterstützen. Wir (die Crew, die das Fight Back veranstaltet) setzen uns jedes mal nach dem FB zusammen und jede/r kann Vorschläge einbringen, wohin wir was spenden können. Anschließend wird im Kollektiv entschieden für was und wie viel jeweils. Wir schauen auch, dass verschiedene Projekte vom Soli-Topf profitieren. Das spiegelt dann ja auch etwas die Intention das gesamten Fight Back wieder. Gespendet wird die Kohle nicht nur an Sachen aus Nürnberg und Umgebung, dieses Jahr fließt ein Teil an die Krisen-Proteste in Frankfurt, bei der Winter Edition des Fight Back, im vergangenen Januar, unterstützten wir z. B. die Dresden Blockaden, welche kurz darauf stattfanden.

Unter diverse Punkbands mischen sich auch Hip Hop Acts. Spaltet sich die Zuhörerschaft da in zwei Lager bzw. beäugt sich skeptisch aus sicherer Entfernung oder sieht man den Hip Hopper auch im Pogokreis und den Punker am Mitrappen?
Die Idee des Festivals war von Anfang sowohl auf der Bühne, als auch im Publikum die verschiedensten Menschen und Subkulturen mit einer klaren antifaschistischen Haltung einen Tag lang eine gemeinsame Begegnungs- und Feierstätte zu bieten. Das klappt mehr als hervorragend – schaut doch mal vorbei! ; ) Die Hip-Hop Acts sind nicht mehr wegzudenken und von der Resonanz her gehören sie definitiv jedes Jahr mehr zu den Highlights. Die meisten Hip-Hop Acts, die auf dem Fight Back spielen, bewegen sich so und so in einem antifaschistischen Umfeld, dass eher weniger mit den „klassischen Hip Hopper“ zu tun hat. Gerade bei unseren Local-Heroes Kurzer Prozess sind oft mehr Irokesen vor der Bühne zu sehen, als bei vielen Punk-Acts. Die meisten antifaschistischen RapperInnen und Rap-Crews veröffentlichen ihre Alben ja auch entweder in bester D.I.Y.-Manier oder auf Punk/HC-Labels. Wer zum Fight Back kommt hat keine Scheu vor anderen Musik-Genres. Ehrlich gesagt ist es auch das was mich schon immer gelangweilt hat… HC-Kids gehen nur auf HC-Konzerte und hören sich fünf identische Bands hintereinander an, Punks das gleiche Spiel usw. usf. Immer schön unter sich bleiben… das ist völlig rückständig und langweilig. Seit 2011 haben wir das Spektrum sogar noch erweitert und nehmen jedes mal eine Band aus dem Bereich „Experimentelles/Akustik“ mit ins Line-Up. Letztes Jahr waren das Früchte des Zorns (spielten vor vollbesetzten Rängen), dieses Jahr nehmen Guts Pie Earshot diesen Platz ein und werden sicherlich vielen Leuten zu gefallen wissen. Obendrauf haben wir dieses Jahr auch noch einen DJ als Special-Guest dabei. In den Umbauphasen wird DJ Vaga (er kommt aus Bari/Italien und wohnt in Berlin) ordentlich einheitzen. Eine große und bunte Vielfalt!

Neben zwei Bühnen wird das Rahmenprogramm mit Vorträgen, Filmvorführung, Kunstausstellung und Infoständen sehr umfangreich sein. Könnt ihr schon näheres verraten? Z.B. welcher Film/e gezeigt wird oder was die Besucher (neben der Musik selbstverständlich) unter “Kunst“ erwarteten wird?
Gerne doch! Noch vor der ersten Band hält die Autonome Jugendantifa im Desi-Biergarten einen Vortrag über „Extremismustheorien“. Dort läuft dann auch in Dauerschleife der großartige Film bzw die Dokumentation „Noise and Resistance“. Die Vielfalt der Essensstände haben wir etwas erweitert. Wer auf Fleisch steht, bekommt beim Stand der Antifaschistischen Linke Fürth Steaks und Bratwürstchen. Vegetarisch gibt’s beim Stand des Karawane-Volxküchenkollektivs. Der AZ-Solistand der VAPCA wird seinen mittlerweile berühmt berüchtigten veganen Döner unter die Leute bringen. Kaffe und Kuchen bietet die Radikale Linke Nürnberg an. Nachts wird es in der Desi am Tresen auch noch Böreks und vegane Snacks geben. Eine ganz schöne Fresserei oder? Die Anführungszeichen bei Kunst dürft ihr sogar behalten ; ) Die wird es nämlich in der Tat zu bestaunen geben. Der Nürnberger Stahlkünstler Antonio Atzeni stellt exklusiv zwei sozialkritische Kunstwerke beim Fight Back aus. Das eine Kunstwerk bezieht sich auf den Fremdenhass in Deutschland und das andere auf die schweren Ausschreitungen beim G8 in Genua 2001 und dem Mord an Carlo Giuliani. Des weiteren gibt es noch Streetart live zu bestaunen. Teile des Pappsatt-Kollektivs und Sprayer aus unserem Umfeld werden die Wände auf dem Desi-Gelände verschönern. Abgerundet wird die Kunst-Sache mit einer Foto-Ausstellung mit Bildern der vergangenen Fight Back Festivals. Unter Rahmenprogramm packe ich jetzt einfach mal noch unser 24-seitiges und buntes Fight Back Magazin welches wir erstmals herausbringen werden und kostenlos an alle BesucherInnen verteilen werden. Viel wichtiger als alles andere ist aber die Demo die am Mittag (12:00 Uhr) stattfindet für unseren inhaftierten Genossen Deniz K., sowie allen politischen Gefangenen.

Das fünfte Fight Back Festival sollte man sich nicht entgehen lassen weil…
Lineup, Rahmenprogramm, Atmosphäre, Location und der Background für sich sprechen. Kommt einfach mal vorbei am 26. Mai in Nürnberg in der Desi. Ein großartiges Festival, das nicht wie jedes andere ist wartet auf euch. Karten gibt es ab 14:00 an der Tageskasse, pünktlich kommen zahlt sich aus!

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